Die verbrannten Dichter - Die Bücherverbrennung - Portraits in Liedern, Lyrik, Prosa

Kategorie: Veranstaltung

Samstag, 05. März 2016 um 17:00 Uhr

Otto Pankok Museum Haus Esselt

mit Günter Gall und Konstantin Vassiliev

"Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man später auch Menschen."(Heinrich Heine)

Am 10. Mai 1933 ließ ein gewisser Herr Goebbels auf dem großen Platz neben der Staatsoper in Berlin Bücher von 24 deutschen Schriftstellern auf einen Scheiterhaufen werfen. Es ein Weggang der deutschen künstlerischen Avantgarde, der bis heute nachwirkt. Studenten in SA-Uniform führten seinen Befehl mit düster-feierlichem Pomp aus: "Gegen Dekandenz und moralischen Verfall - für Zucht und Sitte in Familie und Staat - ich übergebe der Flamme die Schriften Heinrich Mann, Ernst Gläser und Erich Kästner". Letzterer war der einzige "Verbrannte Dichter", der dieser "Inszenierung" beiwohnte. 

In über 90 weiteren Städten – darunter Münster, Köln, Bonn, Essen, Kleve und Düsseldorf, dem Wohnort Otto Pankoks – wurden 1933 demagogische Spektakel dieser Art durchgeführt. „Wider den undeutschen Geist“, lautete die Parole, mit der auch Otto Pankok konfrontiert war. Er reagierte mit öffentlicher Stellungnahme. Bald sah er sich und sein Schaffen ebenso dem nationalsozialistischen Verdikt der „entarteten Kunst“ ausgesetzt wie so viele seiner Kollegen. Es folgte ein breiter Exodus der deutschen künstlerischen und literarischen Avantgarde.

Stellvertretend stellen Gall & Vassiliev einige dieser Dichterinnen mit Liedern, Texten und Instrumentalstücken vor, u.a.: Erich Kästner, Walter Mehring, E.M. Remarque, Mascha Kaléko, Carl von Ossietzky. Stellvertretend für die "entarteten Künstler" steht Felix Nußbaum, der 1904 in Osanbrück geborene und 1944 in Auschwitz ermordete jüdische Maler als Vertreter der "neuen Sachlichkeit". Auch Musiker und Komponisten wie u.a. Kurt Weill, Friedrich Hollaender oder Hanns Eisler mussten nach Amerika ins Exil. Einige der "Hollywood-Elegien" (Brecht/Eisler) kommen zu Gehör (mehr unter www.guenter-gall.de und www.konstantin-vassiliev.de).

Eintritt    8 €   (ermäßigt 6 €)

Reservierung  unter Telefon 02856 / 754 oder per Mail info[at]pankok-museum-esselt.de