Bruder Mensch – Fremde im Werk von Otto Pankok

Kategorie: Veranstaltung

Dauer: bis April 2016

Ort: Otto Pankok Museum, Otto Pankok Weg 4, 46569 Hünxe

Eröffnung: 21. November und 17:00 Uhr.

 

„Bruder Mensch – Fremde im Werk von Otto Pankok“ ist eine Ausstellung mit Bildern, in denen Otto Pankoks Blick für den Bruder, den zur Flucht Gezwungenen, den Verfolgten seiner Zeit, aber auch den Fremden, denen er auf seinen Reisen begegnet, deutlich wird.

Zur Ausstellungseröffnung spricht Christoph Leisten, 1. Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstands der Otto-Pankok-Gesellschaft. Das musikalische Begleitprogramm gestaltet Yentl Favour aus den Niederlanden.

"Man wußte, dass die Stunde einmal schlagen würde. Jetzt ist sie da. Sie werden auf den Asphalt gespült, so wie Fische ans Land gezogen wer-den. […] Unverständliche Polizeibestimmungen und spitzfindig ausgeklügelte Paragraphen sind die Netze, in die sie verstrickt werden“ (Zigeuner, Darmstadt 1958).

Der andere Blick, der in diesem Künstlervorwort angedeutet ist, der Blick für den Bruder, den Otto Pankok in den zur Flucht Gezwungenen, in den Verfolgten und Unterprivilegierten seiner Zeit sieht, aber auch in denjenigen „Fremden“ findet, die er auf vielen Reisen in der „Fremde“ aufsucht, ist kennzeichnend für sein Schaffen. So hat er schon zehn Jahre zuvor bilanziert:

„Was Ihr durchblättert in meinem Werk, ist viel Armut, viele Bilder von erniedrigten Menschen, verstoßenen Kindern, verachteten Tieren, viele einsame Dinge und verschollenes Land. […] Hungernde und Frierende in armseligen Hütten, auf Stroh ausgestreckte Arme und tiefäugige Bettler. Zigeuner, viele Zigeuner, und Zigeunerkinder. […] Wir haben das beißende Elend kennengelernt, und der Tod war hinter uns her […]“
 
Es ist offenkundig, dass dieser menschliche Blick für die Marginalisierten in der jüngsten Zeit eine neue, unvermittelte Aktualität gewonnen hat. Pankoks Werk ist auch als Appell zu verstehen, der die Herausforderungen der Gegenwart betrifft: Ohne im Fremden, im Anderen stets auch den Bruder Mensch zu sehen, ist das Zusammenleben in einer Welt, die immer mehr zusammenrückt, kaum zu meistern.

Sie sind herzlich eingeladen!