Finissage der Ausstellung „Freundschaften“

Kategorie: Veranstaltung

Finissage: am Samstag, den 2. Dezember 2017 um 17 Uhr

Ort: Otto Pankok Museum, Otto Pankok Weg 4, Hünxe-Drevenack

„Etwas sanft Revolutionäres ging von ihm aus“

Günter Grass, Otto Pankok und die Kunstakademie Düsseldorf 1945-1955

Eine biografisch-zeitgeschichtliche Collage

 

Günter Grass und sein Lehrer Otto Pankok

In Erweiterung der Sommerausstellung „Freundschaften“ zeigt das Otto-Pankok-Museum seit einigen Wochen Lithografien und Radierungen des Nobelpreisträgers für Literatur Günter Grass, der seinem Düsseldorfer Kunstakademie-Lehrer Otto Pankok zeit seines Lebens verbunden und mit Eva Pankok im Dialog über Kunst, Literatur und Zeitgeist geblieben war. Mit dieser Erweiterung wird nicht nur ein weiterer Freund der Pankoks ins Blickfeld ihres Beziehungsgeflechts gestellt, sie bildet zugleich einen Akzent der grenzüberschreitenden Kooperation mit dem Kunstzentrum Koppelkerk in Bredevoort/NL, das zeitgleich weitere Ausschnitte aus dem Werk von Günter Grass präsentiert.

Im Rahmen der Finissage zur Ausstellung „Freundschaften“ zeichnen der Rezitator Carlo Steimel und der Historiker Dr. Norbert Fasse (Vorsitzender der Otto-Pankok-Gesellschaft) nach, welche Rahmenbedingungen an der Kunstakademie Düsseldorf herrschten, als der 23-jährige Günter Grass Anfang 1951 in die Klasse von Otto Pankok wechselte, wie Pankok mit Blick auf die drückende Erblast der nationalsozialistischen Herrschaft als Künstler und Lehrer handelte und wie Grass ihn erlebt hat: „Etwas sanft Revolutionäres ging von ihm aus,“ schrieb er noch 2006 beim „Häuten der Zwiebel“; Pankok habe Schüler angezogen, „die sich expressiv ausdrücken wollten und die, neuerdings wie ich, auf Eigensinn setzten.“

In der Rückschau werden Analogien in beider Selbstverständnis und Wirken als Künstler und Zeitgenosse sichtbar: eine pazifistische Grundhaltung, eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, eine eindeutig gegenständliche Ausrichtung des eigenen künstlerischen Schaffens und die Bereitschaft, dem wohlfeilen Zeitgeist zu widerstehen und notfalls gegen den Strom zu schwimmen.


Programm

Begrüßung und Informationen zum Stand der Dinge auf Haus Esselt von Annette Burger (Museumsleiterin)

„Etwas sanft Revolutionäres ging von ihm aus“ Günter Grass, Otto Pankok und die Kunstakademie Düsseldorf 1945-1955
Eine biografisch-zeitgeschichtliche Collage, vorgestellt von Dr. Norbert Fasse und Carlo Steimel 

Musikalisch gestaltet wird das Programm von Toma Neill am Bandoneon mit einem Repertoire, das von Jazz über Latin-Folk bis zum Tango reicht.

Eine Veranstaltung der Otto-Pankok-Gesellschaft e.V.

Kostenbeitrag: 5 €

Diese Finissage gilt nicht nur dem nahenden Ende der Ausstellung „Freundschaften“ mit Werken von Otto und Eva Pankok, August Oppenberg, Hildegard Peters und Günter Grass. Sie kündigt zugleich das Ende des Ausstellungsbetriebs an, der wegen der im ersten Quartal 2018 beginnenden Modernisierung und Erweiterung des Pankok-Museums für geraume Zeit eingestellt werden muss. Wir werden auf Haus Esselt jedoch auch in der Umbauphase regelmäßige Veranstaltungen anbieten, zu denen wir unser Publikum in gewohnter Weise einladen werden.

Foto: Günter Grass bei seinem Besuch auf Haus Esselt im Jahr 2009, Ausschnitt eines Fotos von Frank Schäfer, © Otto Pankok Stiftung, Hünxe-Drevenack